Rundgang

Backofenhaus
Beim Backofen handelt es sich um einen sogenannten Kuppelofen. Er wurde vollständig aus Lehm geformt. Der Ofen muss vor dem Backen stark durchgeheizt werden.
Anschließend werden Glut und Asche herausgeholt und die Fladenbrote hineingelegt.

Das Gebäude selbst wurde mit Legschindeln gedeckt.

Bohlenweg
Wegebefestigungen über Moore wurden in Form von Bohlenwegen angelegt.

Aus Eichenholz wurden Längsbohlen in das Erdreich gelegt, die Querbohlen wurden dann durch Holznägel mit dem Unterbau verbunden.

Kultfiguren
Beim Bohlensteg und bei der Bachbrücke steht je eine menschenförmige Kultfigur. Solche Figuren (Pfahlgötter) dienten wahrscheinlich als "Schutz". Bei der Parkplatzauffahrt steht ebenfalls eine Eichenholzfigur, die wahrscheinlich kultischen Zwecken gedient hatte.

Web- und Textilwerkstatt
Dieses Grubenhaus ruht auf sechs tragenden Pfosten („Sechspfostenhütte") und wurde mit Stroh gedeckt, wobei die Ähren außen und nach unten gehen (Schabdach). Infolge der Luftfeuchtigkeit eignet es sich gut als Textilwerkstätte, weil die Fasern geschmeidig gehalten werden können.

Am Gewichtswebstuhl kann Wolle zu Decken und Kleidungsstücken verwebt werden.

Holzdrechslerei, Beinschnitzerei
Die Grubenhütte ist massiv mit Eichenbohlen ausgeführt und wurde mit Roggenstroh gedeckt, wobei die Ähren nach innen und oben gehen (Schardach).

Hier sind eine einfache Drechselbank und andere Holzbearbeitungsgeräte untergebracht.

Keramikwerkstätte
Unter dem mit Rinde gedeckten Pultdach befindet sich die Keramikwerkstätte mit einem in den Boden eingetieften Brennofen.

Wohnhaus
Im September 1997 wurde das größte Gebäude der Anlage nach einem Grundriss, der bei einer Grabungskampagne des Bundesdenkmalamtes in Bernhardsthal freigelegt wurde, aufgebaut. Der Bau weist eine Länge von 10,70 m und eine Breite von 5,80 m auf.

Das Gebäude wird als Wohnstallhaus interpretiert. Es handelt sich dabei um bäuerliche Häuser, in denen der Mensch und das Vieh unter einem Dach untergebracht sind. Sie sind im Inneren in einen Wohn-, Wirtschaft- und Stallteil gegliedert.

Die Wände bestehen aus Flechtwerk mit Lehmbewurf. Das Dach wurde mit einer Schilfdeckung versehen.

Speicher
Der gestelzte Getreidespeicher wurde zur Gänze aus Eichenholz errichtet und weist auch einige Eisenelemente auf. Die Höhe des Bauwerks leitet sich von der Funktion ab, um ein Eindringen der Feuchtigkeit zu verhindern. Zur Abwehr von Nagetieren wurden Unterlagsplatten aus Stein verwendet.

Das Dach wurde mit genagelten Lärchenholzschindeln gedeckt.

Schmiede (Schmiede- und Eisenschmelzgebäude)
An der Rückseite des Schaugartens steht ein Rennofen, der zur Eisenverhüttung verwendet wurde. Er ist aus Lehm gebaut und muss mit Holzkohle und Eisenerz befällt werden. Bei Temperaturen von etwa 1200 Grad schmilzt das Eisen und nach etwa acht Stunden kann das schwammige Roheisen aus dem Rennofen geholt werden.

Viele der ausgestellten Waffen und Werkzeuge wurden hier bereits selbst geschmiedet. Eisen war damals ein sehr begehrter und wertvoller Rohstoff. Daher wurde nur das Notwendigste geschmiedet.

Schaugarten
Innerhalb eines Flechtzaunes wurden Schaubeete mit den wichtigsten Nutzpflanzen des 2./3. Jahrhunderts n. Chr. angelegt, - hier wachsen Getreide, Hülsenfrüchte, Öl-, Faser- und Färbepflanzen sowie verschiedene Gemüsearten und Gewürze.

Auf angrenzenden, kleinen Ackerflächen wechseln Sommer- und Wintergetreide-Anbau mit Brachestadien ab.

Im Gehöft-Areal wurden außerdem Baum-Pflanzungen durchgeführt: gezeigt werden unsere ältesten Obstarten (manche schon seit der Jungsteinzeit genutzt)- in Form von sehr alten, vom Aussterben bedrohten Sorten.

Haus der Kräuterfrau
Jenseits des Baches befindet sich das rund angelegte Haus der Kräuterfrau. Gleichnebenan wurde ein Platz für den Betrieb des Kohlenmeilers errichtet.

Glaserzeugung
Der Glasofen wurde nach römischem Vorbild errichtet. Bei ca. 1500°C wird in diesem Ofen, der mit Holz beheizt wird, aus Quarzsand, Soda und Kalk Glas hergestellt.

Räuchereigebäude
Um Fleisch zu konservieren, wurde es eingesalzen und geräuchert. Diese Anlage war eine sogenannte „Erdselch". Ein tiefer gelegener Kuppelofen diente als Feuerstelle, der Rauch zog unterirdisch durch einen Rauchkanal in die quadratische Räucherkammer. Der Rauch kühlte dadurch ab. Die Räucherkammer selbst wurde aus Flechtwerkwänden mit Lehmverputz errichtet.

Als Deckmaterial wurde Rinde verwendet.


Steg
Über den Gschinzbach wurde ein Steg aus Eiche gelegt.

Archäologischer Schauraum
Im Schauraum des Museums finden Sie verschiedenste Ausstellungsstücke und Überreste aus der Zeit der Germanen.

Naturlehrpfad
Das Museumsgelände umfasst auch einen bewaldeten Bereich, in dem Sie über die damals genutzten Wildpflanzen informiert wird. Haselnuss, Pappelbeer, Elsbeere, Birke etc. sind neben vielen anderen Gehölz- und Straucharten vertreten.

Sie können außerdem einen aus Baumstämmen hergestellten Grenzzaun betrachten. Diese Zäune wurden zur Zeit der Germanen wahrscheinlich zur Begrenzung ihres Gehöftes verwendet.

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